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DIE ZEIT Nr. 22 vom 24. Mai 2017

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Katrin Göring-Eckardt: „Wir brauchen eine Bildungsoffensive“

Katrin Göring-Eckardt: "Wir brauchen eine Bildungsoffensive"

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht sich in der ZEIT für eine Bildungsoffensive aus. Sie selbst ist mit ihrem begonnenen Theologie-Studium die erste Akademikerin ihrer Familie gewesen. "Dann kam es anders: 1988 erwartete ich mein erstes Kind. Und auf der Straße begann die Friedliche Revolution. Ich brach die Uni ab." Junge Menschen müssten "in ihrem Können" gestärkt und etwa in ihrem Studium unterstützt werden, so Göring-Eckardt. Sie fordert: "Wir brauchen eine Bildungsoffensive von mehreren Milliarden Euro".

Studie: Bildungschancen vererben sich

Studie: Bildungschancen vererben sich

Über die Bildungschancen an der Hochschule entscheidet immer noch die familiäre Herkunft. 95 Prozent der Abiturienten mit akademisch gebildeten Eltern entscheiden sich für ein Studium – von den Kindern aus nichtakademischem Elternhaus sind es nur 44 Prozent. Diese soziale Spaltung setzt sich auch an der Hochschule selbst massiv fort. Das zeigt jetzt eine neue Studie vom Stifterverband und McKinsey, die der ZEIT exklusiv vorliegt.

So beginnen von 100 Kindern mit mindestens einem studierten Elternteil 74 ein Studium, von denen 63 einen Bachelor-Abschluss machen, 45 noch einen Master dranhängen und zehn eine Promotion absolvieren. Von 100 Kindern, deren Eltern keine Universität oder Fachhochschule besucht haben, beginnen nur 21 ein Studium, schaffen nur 15 einen Bachelor, absolvieren nur acht einen Master – und nur eine Person erlangt den Doktorgrad.

Innenminister de Maizière fordert die Kirchen auf, sich an der Islamdebatte zu beteiligen

Innenminister de Maizière fordert die Kirchen auf, sich an der Islamdebatte zu beteiligen

Thomas de Maizière kritisiert die deutschen Kirchen. "Mich stört erstens, dass die Kirchen das Thema Islam zu sehr dem Staat überlassen und selber in der Debatte kaum aktiv sind", sagt der Bundesinnenminister in der ZEIT. Zu Beginn des Evangelischen Kirchentags am Mittwoch in Berlin übte er auch Kritik am Kirchenasyl. Ihn störe "der kirchliche Umgang mit der harten Seite des Asylrechts, also mit Rückführung und Abschiebung."

Es könne nicht nur eine Willkommenskultur geben, "sondern in einem Rechtsstaat muss es auch Akzeptanz für eine Abschiebekultur geben." Mit Blick auf den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, sagt der Minister: "Ich vermisse bei vielen Kirchenvertretern die Einsicht, dass beides dazugehört: Bleibendürfen und Gehenmüssen."

Thomas de Maizière ist selbst aktives Mitglied der evangelischen Kirche. Zur Islamdebatte sagt er: "Ich wünsche mir mehr kirchliche Wortmeldungen zu strittigen Fragen". Dazu gehöre: "wie ein aufgeklärter europäischer Islam aussehen soll und wo die Religionsfreiheit endet – auch die der Muslime."

Der Spitzenpolitiker bekräftigt im Interview seine Ablehnung der Burka, die nicht zu Deutschland gehöre: "Sie widerspricht unserer europäischen Gepflogenheit, Gesicht zu zeigen. Und sie steht für eine Art der Religionsausübung, die nicht verbindet, sondern trennt."

Bernie Sanders freut sich über zunehmenden Widerstand gegen Trump

Bernie Sanders freut sich über zunehmenden Widerstand gegen Trump

Bernie Sanders, unterlegener US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten, freut sich über einen starken Widerstand gegen Trump: "Ich bin sehr zufrieden, dass sich im Land eine unglaublich starke Grassroots-Opposition formiert – gegen Trump", so Bernie Sanders, 75, im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Es entstehen überall Widerstandsbewegungen, und ich glaube, das wird noch zunehmen."

Sanders, der 2016 in der Vorwahl der Demokraten für die Präsidentschaftswahl Hillary Clinton unterlag, sieht Anlass zur Hoffnung: "Ich kann unseren europäischen Freunden nur sagen: Wir arbeiten 24 Stunden täglich, sieben Tage in der Woche dafür, diesem Mann eine starke Opposition entgegenzustellen. Ich glaube, wir machen Fortschritte!"

Sanders, dessen Buch "Unsere Revolution" nächste Woche auf Deutsch erscheint, geht stark mit den Republikanern ins Gericht. "Die Republikanische Partei hat sich auf eine sehr beunruhigende Weise entwickelt", so Sanders, "in den 60 Jahren seit Eisenhower ist die Republikanische Partei sehr, sehr weit nach rechts gerutscht. Wir haben heute eine Republikanische Partei, die in Wahrheit rechtsextrem ist."

Island: Jagd auf Wale startet am Freitag

Island: Jagd auf Wale startet am Freitag

Islands Walfänger eröffnen die umstrittene Jagd auf Zwergwale. Das berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe. "Wir wollen Freitag anfangen", sagt Gunnar Bergmann Jónsson, der Vorsitzende der isländischen Vereinigung der Zwergwalfänger: "Wir hoffen, 40 bis 50 Wale zu schießen". Der Start der Walfangsaison hatte sich in diesem Jahr mehrere Male verschoben.

Gejagt werden dürfen in Island die bedrohten Finnwale, deren Fleisch vor allem nach Japan exportiert wird, und die nicht bedrohten Zwergwale, die ausschließlich national verzehrt werden, zum großen Teil von Touristen. Wegen des kommerziellen Walfangs, der in Island seit 2006 wieder stattfindet, gibt es viel Kritik. Kristján Loftsson, einer der reichsten Männer Islands und Mitbesitzer der Fischfangfirma HB Grandi, die auch nach Deutschland exportiert, will nicht auf die Jagd verzichten: "Wenn wir mit dem Walfang aufhören, dann brauchen die Antis ein anderes Ziel, dann wollen sie plötzlich den Kabeljau schützen", sagt er gegenüber der ZEIT. Das Moratorium der Internationalen Walfangkommission verbietet die kommerzielle Jagd auf Wale, nur in Japan, Norwegen und Island werden weiter Wale gejagt. In Island sind in diesem Jahr 150 Finnwale und 224 Zwergwale zum Abschuss freigeben.

Studie: Doppelt so viele Menschen flüchten vor Umweltkatastrophen wie vor Krieg

Studie: Doppelt so viele Menschen flüchten vor Umweltkatastrophen wie vor Krieg

Vor Stürmen, Dürren und Überschwemmungen mussten im Jahr 2015 rund 20 Millionen Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Extremes Wetter vertreibt inzwischen jedes Jahr mehr als doppelt so viele Menschen wie Krieg und Gewalt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hamburg im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die der Wochenzeitung DIE ZEIT vorab vorliegt. "Die Tragweite des Problems wird unterschätzt", so der Wirtschaftswissenschaftler und Autor der Studie, Cord Jakobeit, in der ZEIT. Klima sei ein "Risikomultiplikator", der die Lebensgrundlagen von immer mehr Menschen gefährdet.

Technik könne bei der Bewältigung der Klimafolgen helfen, so die Studie. Dauerhaft verhindern ließen sich Flüchtlingsströme aber nur durch eine "große Transformation zu einer postfossilen Wirtschaft und Gesellschaft". Auch Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss plädiert für mehr Vorsorge: "Klimaschutz bedeutet auch Schutz vor Vertreibung". Er könnte also Millionen menschlicher Tragödien verhindern.

Intendant schlägt Eintritt für die Elbphilharmonie-Außenterrasse vor

Intendant schlägt Eintritt für die Elbphilharmonie-Außenterrasse vor

Der Intendant der Hamburger Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, schlägt vor, ab 2019 Eintritt für die Außenterrasse des neuen Konzertgebäudes zu nehmen. "Die optimistischste Prognose waren 1,7 Millionen Besucher jährlich. Am Ende werden es mehr als doppelt so viele sein", sagt Lieben-Seutter in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Wenn Sie dann fünf Euro Eintritt verlangen, haben Sie kein Subventionsthema mehr." Das würde bedeuten, so Lieben-Seutter, dass die Stadt die Elbphilharmonie nicht mehr mitfinanzieren müsse. Entscheiden müsse dies aber die Stadt Hamburg: "Die Frage ist: Wer soll den Betrieb der Elbphilharmonie bezahlen? Alle oder die, die sie besuchen?", so Lieben-Seutter.

Nicht nur die Außenterrasse, sondern auch die Konzerte in der Elbphilharmonie sind derzeit extrem begehrt. "Die Nachfrage nach den Konzerten ist so hoch, dass jede neu angekündigte Veranstaltung innerhalb von Stunden ausverkauft ist", sagt Lieben-Seutter. In der nächsten Saison, die im August beginnt, rechnet er mit rund 1,1 bis 1,2 Millionen Konzertbesuchern in der Elbphilharmonie und der Laeiszhalle. "Das ist fast eine Verdreifachung."

Künstler Wolf Erlbruch ist kein Fan von Pippi Langstrumpf

Künstler Wolf Erlbruch ist kein Fan von Pippi Langstrumpf

Der Künstler Wolf Erlbruch ist kein Fan von Astrid Lindgrens Kinderfiguren: "Die haben mir nicht besonders gefallen", so Erlbruch, der am kommenden Montag als erster Deutscher mit dem Astrid Lindgren Memorial Award ausgezeichnet wird, in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Pippi schon gar nicht. Viel zu laut. Eher Michel aus Lönneberga. Doch am meisten mochte ich die Erwachsenen in Lindgrens Büchern." Besonders wichtig sei ihm eine Figur aus den Michel aus Lönneberga-Geschichten: "Vor allem liebe ich bis heute Michels polternden, so wunderbar weichherzigen Vater. Der ist ganz, wie meiner war."

Der Astrid Lindgren Memorial Award ist mit fünf Millionen SEK, rund 500.000 Euro der höchstdotierte Kinderliteraturpreis der Welt. Erlbruch nimmt die Auszeichnung am 29. Mai in Stockholm entgegen. Durch die Verleihungszeremonie führt die schwedische Kronprinzessin Victoria.

Starkoch Jamie Oliver rät Kindern das fade Schulessen zu „pimpen“

Starkoch Jamie Oliver rät Kindern das fade Schulessen zu "pimpen"

Jamie Oliver, Profikoch und Vater von fünf Kindern, empfiehlt Kräuter, Öl und Parmesan für die Schultasche: "Du magst das Essen in deiner Schule nicht? Manchmal kannst du es ganz leicht pimpen", so der Starkoch auf der Kinderseite der Wochenzeitung DIE ZEIT. Er rät: "Pack zu Hause ein paar Zweige frische Kräuter ein, Majoran, Oregano oder Thymian. Wasch sie, und nimm sie in einer Frühstücksbox mit in die Schule. Pack außerdem noch ein Fläschchen Olivenöl und etwas geriebenen Parmesankäse ein. In der Mensa lässt du dir nur die Nudeln auf den Teller geben und mixt sie mit dem Öl, den Kräutern und dem Käse. Streu noch etwas Salz und Pfeffer darüber, wenn du magst – und voilà, schon hast du eine aufregende Mahlzeit!"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff verbindet mit Lutherhof Familientradition

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff verbindet mit Lutherhof Familientradition

Der Katholik und Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, verbindet mit dem Lutherhof in Wittenberg eine persönliche Geschichte. "Ich setze mich immer unter die Marienlinde auf dem Lutherhof", so Haseloff in der ZEIT-Beilage Christ & Welt. "Unter dieser Linde habe ich meiner Frau die erste Liebeserklärung gemacht, dort habe ich sie geküsst, später den Hochzeitsantrag gemacht. Und dort haben wir auf unsere Söhne gewartet, als meine Frau schwanger war." Nachdem der Sturm Kyrill die Linde eines Tages aus der Erde gedreht hatte, habe er mit seiner Frau einen neuen Baum gepflanzt. "Im Sommer trifft sich dort die Familie. Und genau auf dem gleichen Platz, eben auf dem Lutherhof, stand Luther früher selber."

Reiner Haseloff ist seit 2011 Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Er wohnt in Wittenberg.

Gisela Schneeberger hatte viel Glück: „Ich bin ja ein Sonntagskind“

Gisela Schneeberger hatte viel Glück: "Ich bin ja ein Sonntagskind"

Die bayerische Schauspielerin und Kabarettistin Gisela Schneeberger ist dankbar für das Glück in ihrem Leben: "Das ganze Leben besteht aus Glücksfällen, die einen irgendwie vor Schlimmem bewahren", so die 68-Jährige im ZEITmagazin. Das  Glück sei ihr Begleiter gewesen: "Ich bin ja ein Sonntagskind", so Schneeberger, die mit Rollen neben Gerhard Polt bekannt wurde. "Mein Beruf ist drei Viertel Glück und so ein bisserl Begabung und auch Handwerk".

Lorde ist beeindruckt von „politischen“ Teenagern

Lorde ist beeindruckt von "politischen" Teenagern

Die neuseeländische Popsängerin Lorde, 20, ist beeindruckt von den heutigen Teenagern: "Ich bin verblüfft, wie politisch heute schon die 15-Jährigen sind," sagt sie dem ZEITmagazin. Das politische Interesse sei "jedenfalls viel stärker als zu meiner Zeit. Früher hätten solche Kids als langweilig gegolten, heute sind sie cool", sagt sie. Lorde weiter: "Die sind in ihrem Alter so informiert und meinungsstark wie keine junge Generation vor ihnen. Und dass Gender-Politik oder Feminismus heute weltweit unter jungen Menschen ganz selbstverständlich besprochen werden, ist auch neu."

Nach einer gescheiterten Beziehung schreibt Lorde nun auch Lieder über die Liebe: "Einige Kritiker dachten, ich sei zu cool für Lovesongs, weil es auf meinem ersten Album nie um Liebe ging", sagt sie. "Aber damals fehlte mir einfach die Erfahrung", so Lorde weiter. "Erst als ich lange verliebt gewesen war, die Sache aber nicht funktionierte, hatte ich etwas zu erzählen. Und erst dann ging mir auf, wie faszinierend es ist, über die Liebe zu schreiben. Es hat schon seinen Grund, dass die meisten Lieder von diesem Thema handeln."

Jens Spahn: „Ich bin weder Mini-Seehofer noch Maxi-Merkel“

Jens Spahn: "Ich bin weder Mini-Seehofer noch Maxi-Merkel"

Im Rahmen der Langen Nacht der ZEIT stellte sich Jens Spahn den Fragen des Interviewers Moritz von Uslar, der unter anderem wissen wollte: "Wer ist für Sie die Personifizierung des linken Spießers?" Spahns Antwort: "Jürgen Trittin ist da natürlich ein Klassiker."

Der 37-jährige Spahn, der als Nachwuchshoffnung der CDU gilt, sagte, er habe "schon früh Bock auf Politik" gehabt. "Mein Bruder hatte die Fußball-Gene, ist jeden zweiten Abend zum Fußball, ich hatte die Politik-Gene, bin jeden zweiten Abend zur Jungen Union."