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DIE ZEIT Nr. 35 vom 18. August 2016

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Leipziger Internet-Konzern Unister unter Einfluss rechtsextremer Kreise

Leipziger Internet-Konzern Unister unter Einfluss rechtsextremer Kreise

Der Leipziger Internet-Konzern Unister ist zunehmend ins Visier rechtsextremer Kreise geraten. Wie gemeinsame Recherchen von ZEIT und Sächsischer Zeitung ergeben, haben zwei Männer mit Neonazi-Biografie seit 2013 Einfluss in dem Konzern gewonnen.

Der frühere Republikaner Reinhard Rade schaffte es dabei offenbar, sich das Vertrauen mehrerer Unister-Gesellschafter zu erwerben und zeitweise zum Besitzer einer Firma zu werden, die heute zweitgrößter Aktionär der Unister-Tochter Travel24 ist. Im Jahr 2013 verkaufte Rade seine Anteile an den Freund und Geschäftspartner Hans Jörg Schimanek weiter, der in den Neunziger Jahren wegen "nationalsozialistischer Wiederbetätigung" in Österreich zu acht Jahren Haft verurteilt worden war.

Schimanek, 52, ist den Recherchen zufolge heute über seine Schweizer Firma Loet Holding AG zweitgrößter Aktionär der Unister-Tochter Travel24. Mit der Travel24 hat Unister unter anderem seinen Einstieg in den deutschen Hotelmarkt geplant. Die Loet AG gehörte zwischenzeitlich Reinhard Rade. Dieser gibt an, er sei darüber hinaus bei Unister als "Berater der Gesellschafter und Sonderbeauftragter der Geschäftsführung" tätig gewesen. Rade hatte zuletzt die radikalen Leipziger "Legida"-Kundgebungen unterstützt, er sieht sich als enger Wegbegleiter des Unister-Gesellschafters Daniel Kirchhof. Diesem hatte Rade 2012 beim Aufbringen einer Kaution geholfen, als Kirchhof nach einer Razzia im Unister-Konzern in U-Haft saß. "Er ist eloquent und kann sehr überzeugend sein, aber ich teile seine Ansichten nicht", sagt Kirchhof über Rades politische Gesinnung.

Rade war in der Vergangenheit unter anderem "DDR-Koordinator" der Republikaner. Am Sitz einer seiner Firmen in Leipzigs Virchowstraße residierte zeitweise zudem ein antisemitischer Verlag.Auf Anfrage sagte ein Unister-Sprecher, von Akteuren mit rechtsextremer Vergangenheit im Konzern habe man bisher nichts gewusst. Das Unternehmen distanziere sich ausdrücklich von solchem Gedankengut.

HSH-Bankchef erwartet eine Übernahme durch Konkurrenten

HSH-Bankchef erwartet eine Übernahme durch Konkurrenten

Stefan Ermisch, Vorstandschef der HSH Nordbank, rechnet mit einer Übernahme des Instituts durch einen Konkurrenten aus der Branche. "Ich erwarte, dass es einen strategischen Käufer geben wird", sagt Ermisch der Wochenzeitung DIE ZEIT zum anstehenden Verkaufsprozess. "Ich glaube nicht, dass die Bank für einen Finanzinvestor eine Perspektive bietet." Die Landesbank verdiene einen neuen Eigentümer, der ihre Möglichkeiten besser zur Entfaltung bringen könne – und Wettbewerbern gebe eine Übernahme der HSH Nordbank die Chance, ihre Marktposition zu verbessern.

Gemäß Auflagen der EU müssen Hamburg und Schleswig-Holstein die Mehrheit der Landesbank bis Februar 2018 veräußern. Laut Ermisch sollen dabei die verbleibenden staatlichen Verlustgarantien – die nach einem ersten Verlustausgleich Ende Juni noch 8,4 Milliarden Euro betragen – auf den Käufer übergehen. "In der Entscheidung der EU ist angelegt, dass die Bank inklusive der Garantie verkauft wird", so Ermisch. Auf die Frage, wie viel der Steuerzahler unterm Strich einmal für die Bank zahlen werde, sagt er: "Am Ende stehen zehn Milliarden Euro Verlustgarantie im Raum. Ob diese zehn Milliarden Euro voll ausgenutzt werden, wird man sehen." Ermisch schließt nicht aus, dass die Verluste aus den Altlasten der Bank sogar höher als zehn Milliarden Euro ausfallen könnten. "Wir gehen nicht davon aus, dass es so kommt, aber natürlich weiß kein Mensch, was in sechs oder sieben Jahren ist." Alle Verluste oberhalb von zehn Milliarden Euro seien von der Bank zu tragen.

Eine Abwicklung sei "die teuerste aller Varianten", sagt Ermisch. Als Vorstandschef sehe er sich im Verkaufsprozess "allein dem Wohl der Bank verpflichtet", stellt Ermisch klar: "Mir wird es immer um den Fortbestand des Instituts gehen, uneingeschränkt."

406 Genossenschaftsbanken rebellieren gegen zu viel Regulierung

406 Genossenschaftsbanken rebellieren gegen zu viel Regulierung

406 Volks- und Raiffeisenbanken – das sind rund 40 Prozent aller deutschen Genossenschaftsbanken – stehen wegen der Last der Regulierung vor dem offenen Aufruhr. In einem gemeinsamen Schreiben, das der Wochenzeitung DIE ZEIT vorliegt, haben sie sich am 31. Mai warnend an ihre Dachorganisation gewandt, den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Die Regulierung, verstärkt um das Problem niedriger Zinsen, treffe kleine und mittelgroße Banken "überproportional hoch" und habe "mitunter existenzbedrohende Dimensionen erreicht" heißt es in dem Brief. Zeichneten sich in absehbarer Zeit keine spürbaren Erleichterungen ab, solle der Verband "abgestimmte öffentlichkeitswirksame Protestmaßnahmen" in Erwägung ziehen.

Am 12. Juli legte die "Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken", die das Schreiben versandt hatte, nach. In einem zweiten Brief forderte sie vom BVR den Schulterschluss mit den Sparkassen. Für eine Änderung der Regulierung sei es "unerlässlich", mit "einer gemeinsamen Initiative der Genossenschaftsbanken und Sparkassen" auf deren volkswirtschaftliche Bedeutung öffentlich aufmerksam zu machen.

Der BVR bestätigte der ZEIT den Inhalt der zwei Schreiben. Die Sorgen der kleinen Institute seien berechtigt, öffentliche Aktionen gemeinsam mit den Sparkassen halte man "zum jetzigen Zeitpunkt" aber "nicht für zielführend".

Streit um Therapie für traumatisierte Flüchtlinge

Streit um Therapie für traumatisierte Flüchtlinge

Über die Frage, welche Therapieform traumatisierten Flüchtlingen angeboten geben sollte, sei erneut "Zwist ausgebrochen", sagt der Zürcher Psychologe und Traumaforscher Andreas Maercker im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Die Anhänger verschiedener Therapieschulen werfen sich gegenseitig vor, dass der Ansatz der jeweils anderen uneffektiv oder gar gefährlich sei." Der Grund seien "Standesinteressen", so Maercker. Denn: Seit dem Ende des Jahres erlebe die Traumaforschung einen regelrechten Boom.

Doch nicht jeder Mensch, der einer schrecklichen Situation ausgesetzt war, benötige eine Traumatherapie. Bei manchen Betroffenen reichten niedrigschwellige Angebote. Andreas Maercker verweist auf zwei Hilfsangebote, die sich bewährt hätten: Unterstützung durch Flüchtlinge, die in ihren Heimatländern in medizinischen oder psychosozialen Berufen gearbeitet haben oder Unterstützung durch professionelle Internetseiten. Es gebe, so Maercker "eine ganze Reihe von professionell entwickelten Angeboten, von automatisierten, aber auf die jeweilige Person zugeschnittenen Rückmeldungen zu den schlimmsten Belastungen bis hin zu strukturierten Selbsthilfeprogrammen, in denen sich von Zeit zu Zeit ein Therapeut zuschaltet und Anregungen gibt".

Kreuzfahrtreeder sparen durch Ausflaggung Millionen an Steuern und Gehälter

Kreuzfahrtreeder sparen durch Ausflaggung Millionen an Steuern und Gehälter

Im boomenden Geschäft mit Kreuzfahrten registrieren deutsche Reeder ihre Schiffe unter ausländischer Flagge, um Steuern zu sparen und Besatzungsmitglieder zu Niedriglöhnen zu beschäftigen, die in Deutschland undenkbar wären. Nach Recherchen der New Yorker Columbia University und der Wochenzeitung DIE ZEIT fährt kein einziges der 27 Hochsee-Kreuzfahrtschiffe, die von deutschen Anbietern betrieben werden, noch unter heimischer Fahne. Sowohl die Besteuerung der Schiffe als auch das Arbeitsrecht auf ihnen richtet sich nach dem Flaggenstaat. Die New Yorker Universität hat in einer Datenbank mehr als 30.000 Daten der weltweit mehr als 400 Kreuzfahrtschiffe zusammengetragen. DIE ZEIT wertete den deutschen Teil aus.

Mit 1,81 Millionen Passagieren war Deutschland 2015 Europas größter Kreuzfahrtmarkt. Für dieses Jahr hofft der Branchenverband Clia sogar auf 2 Millionen hiesige Kunden. Dennoch registrieren die deutschen Betreiber ihre Kreuzer ausnahmslos in Italien (11 Schiffe), Malta (7 Schiffe), den Bahamas (8 Schiffe) und dem britischen Überseegebiet Bermuda (1 Schiff). Die südeuropäischen Staaten und die Karibikinseln bieten den Reedern extreme Steuervorteile. Malta etwa verlangt gar keine Steuern auf Einkommen aus dem Schiffahrtsverkehr; in Italien müssen Betreiber keine Lohnsteuer auf Crewgehälter abführen. "Seit 15, 20 Jahren werden Kreuzfahrten immer mehr zum Massengeschäft, der Preiswettbewerb wächst", sagt der Hamburger Völker- und Seerechtsexperte Stefan Oeter der ZEIT. "Entsprechend stark achten die Reeder jetzt auf Kosten."

Entsprechend niedrig sind die Löhne. Auf dem in Malta registrierten Kreuzer "Mein Schiff 2" der TUI Cruises verdienen manche Mitarbeiter inklusive aller Zuschläge 770 US-Dollar (knapp 700 Euro) pro Monat – und können dafür mehr als 300 Arbeitsstunden eingesetzt werden. Dies wäre ein Stundensatz von weniger als 2,40 Euro. Für italienisch beflaggte Schiffe der "AIDA"-Flotte sah ein bis 2015 gültiger Kollektivvertrag für Restaurant-Hilfskräfte nur 587 Dollar monatlich vor. Die Dokumente liegen der ZEIT vor.

Ein "AIDA"-Sprecher erklärte auf Anfrage, dass die Vergütungen für Positionen im Hotelservice auf den Philippinen nur 150 bis 250 Dollar im Monat betrügen, an Bord von AIDA hingegen durchschnittlich 700 bis 900 Dollar plus Kost und Logis. Erhielten diese Crewmitglieder allerdings den deutschen Mindestlohn, kämen sie auf mehr als 2000 Dollar.

Ein besonderes Problem sind die extremen Arbeitszeiten an Bord der Schiffe. Während das deutsche Arbeitszeitgesetz maximal zehn Stunden pro Tag vorsieht, gelten unter vielen Billigflaggen nur die Mindeststandards des internationalen Seearbeitsübereinkommens. Demnach können Reeder ihre Besatzungsmitglieder bis zu 14 Stunden pro Tag oder 72 Wochenstunden arbeiten lassen. Selbst diese maximalen Arbeitszeiten werden von manchen Anbietern noch überschritten. So verurteilte 2015 ein brasilianisches Gericht den italienischen Betreiber MSC zu Schadenersatzzahlungen an elf frühere Mitarbeiter wegen "Bedingungen analog zur Sklavenarbeit".

Hockeycoach Valentin Altenburg: „Medaillen-Hype ist Wahnsinn“

Hockeycoach Valentin Altenburg: "Medaillen-Hype ist Wahnsinn"

Der Bundestrainer der deutschen Hockeyherren, Valentin Altenburg, wehrt sich kurz nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Olympischen Spiele gegen die Fixierung auf den Titel: "Dieser Medaillen-Hype ist Wahnsinn. Man muss echt mal akzeptieren, dass es auch andere gute Mannschaften gibt", so Altenburg in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Das unterstreicht noch mal, wie groß die Leistung bei den beiden vergangenen Olympischen Spielen war, gegen so eine starke Weltspitze zweimal Gold zu gewinnen. Das ist etwas ganz Besonderes und eben nicht die Regel."

Altenburg glaubt aber, dass die Erwartung an die deutsche Hockey-Mannschaft in Zukunft noch weiter steigen wird: "Wir sind immer unter Druck. Das wird sich auch nicht ändern. Wir müssen weiter hart daran arbeiten, wettbewerbsfähig zu bleiben. An die Weltspitze zurückzukehren ist kein leichter Weg, und das ist uns hier noch einmal bewusst geworden."

Der 36-Jährige wurde im Herbst des vergangenen Jahres überraschend zum jüngsten Bundestrainer der Geschichte, weil sein Vorgänger Markus Weise zum Deutschen Fußballbund wechselte. Die kurze Vorbereitungszeit könnte laut Altenburg Grund für die Niederlage gegen Argentinien gewesen sein: "Wir haben wie keine andere Mannschaft Höhen und Tiefen in unserem Spiel. Mit ein bisschen mehr Zeit hätte ich diese Ausschläge besser beheben können. (…) Wir müssen einfach in Kleinigkeiten noch besser werden. Vor allem in der medal area, also dort, wo der Kampf um die Medaillen entschieden wird, wo man Torchancen erkennen und nutzen muss."

Internetmillionär Heiko Hubertz durch Reichtum kurz „abgedriftet“

Internetmillionär Heiko Hubertz durch Reichtum kurz "abgedriftet"

Der Internetmillionär Heiko Hubertz ist, nach eigenem Bekunden, durch seinen Reichtum kurz "abgedriftet". Irgendwann habe er nicht nur in seiner Firma bestimmen, "sondern mir privat alle Wünsche erfüllen" können, so der heute 40-Jährige im Hamburg-Teil der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Ich hatte alles und musste überlegen: Was ist jetzt mein Ziel?" Das liege aber hinter ihm, so Hubertz, der mit Computerspielen im Internet reich geworden ist. Inzwischen führe er eine Liste mit 50 Wünschen, die er sich noch erfüllen möchte: "Ich trage immer wieder was Neues ein. Ich möchte auch unbedingt mal mit Haien tauchen. Einen Bungeesprung machen. Zum Superbowl. Ein Turnier gegen meine Golffreunde gewinnen. Und mal vom Weltall aus auf die Erde schauen."

Er habe bereits eine Partynacht nach dem Kinofilm-Vorbild Hangover in Las Vegas gefeiert – "mit allem, was im Film vorkommt". Dazu gehörte der Auftritt eines Tigers: "Bei uns ist ein Dompteur nach seiner Show mit einem weißen Tiger an einer Eisenkette in unsere Partysuite gekommen", erinnert sich Hubertz. Nach dem Trubel habe er sich orientierungslos gefühlt: "Ich bin kurz in ein Loch gefallen. Ich musste herausfinden, warum ich jeden Tag ins Büro gehe. Für die Mitarbeiter? Für die Anerkennung?" Auch seine langjährige Beziehung ging damals in die Brüche. "Das gemeinsame Ziel fehlte plötzlich. Wir haben uns dann in Peking getrennt."

Heute arbeitet der Hamburger Unternehmer wieder: "Ich habe einfach Spaß an meiner Arbeit. Solange ich mich freue, morgens dahin zu gehen, weiß ich, warum ich das mache."

Jugendbuchautoren: Keine Angst vor neuen Medienv

Jugendbuchautoren: Keine Angst vor neuen Medien

Die Schriftsteller Kirsten Boie und Finn-Ole Heinrich, deren Bücher vor allem vom jungen Publikum gelesen werden, haben keine Angst vor neuen Medien. Boie sei, nachdem sie mit Zwölfjährigen Strategiespiele auf dem Smartphone gespielt habe, "zutiefst beeindruckt, wie kompliziert und komplex das alles ist und was für eine Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung so ein Spiel erfordert". Das bedeute aber nicht, "dass wir nun aufs Lesen verzichten könnten", so Boie im Gespräch mit Finn-Ole Heinrich in der Wochenzeitung DIE ZEIT.

"Alle haben Bock auf Geschichten", so der 33-jährige Heinrich, der als Autor bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. "Geschichten werden nicht verschwinden. Wir Menschen leben davon, dass wir uns Geschichten erzählen. Und wenn sich die Geschichten nun ein neues Medium erobern, welches auch immer das sein mag, dann werden wir das nicht verhindern können." Heinrich selbst liest wenig. "Wenn ich viel lese, bringt das meinen Ton durcheinander, und es lädt mir zu viele Ideen auf." Dennoch: Der "Geschichtenausdenk-Muskel" im Kopf sei recht gut trainiert."

Kirsten Boie, die über 100 Kinder- und Jugendbücher geschrieben hat, wünscht sich, dass ihre Werke lesenden Kindern etwas bringen. Nicht unbedingt für die Schule. "Aber für ihr Leben".

Rapper RZA glaubt „an die Möglichkeiten des Positiven“

Rapper RZA glaubt "an die Möglichkeiten des Positiven"

Der Rapper RZA, bürgerlich Robert Fitzgerald Diggs, bekannt als Kopf der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan, will künftige Generationen motivieren, an ihre Träume zu glauben. Wie er sollten sie "ihr Leben ebenfalls selbst in die Hand" nehmen, so RZA im ZEITmagazin. "In diesen Zeiten geht es vielen meiner Leute in den USA schlecht. Und da ist es besonders wichtig, dass wir an unseren Träumen festhalten und an die Möglichkeiten des Positiven glauben."

Er selbst sei überzeugt, dass Träume wahr werden können: "Dabei hat man mir von klein auf beigebracht, dass Träume niemals wahr werden", so der 47-jährige Amerikaner. "Immer wieder wurde mir und meinen Geschwistern von unserer Familie, von Lehrern und Nachbarn eingeredet, dass wir aufhören sollten zu träumen, weil am Ende doch nur Enttäuschungen warten." Träume gebe es "nur bei Walt Disney, das war ihre Botschaft an uns Kinder". RZA weiter: "Uns wurde eingetrichtert, dass die Lebenserwartung eines schwarzen jungen Mannes bei 25 Jahren liegt. Wer dann nicht tot ist, sitzt garantiert im Knast. Das alles wollte ich nicht akzeptieren."

Er habe vieles getan, was "ein junger schwarzer Mann in den USA falsch machen kann". Denn er habe lange das Gefühl gehabt, "keine anderen Optionen zu haben". Aber diese "negativen Dinge" hätten ihn "nie befriedigt": "Die positiven Dinge dagegen schon – und das war für mich eine wichtige Erfahrung."

Die französische Sängerin Zaz kritisiert die Etikettierung von Kindern

Die französische Sängerin Zaz kritisiert die Etikettierung von Kindern

Die französische Sängerin Zaz kritisiert den Umgang der Gesellschaft mit Kindern: "Es geht mir auf die Nerven, dass man Kinder etikettiert", sagt die die 36-jährige Künstlerin im ZEITmagazin. Sie selbst kam als Kind mit der Schule gar nicht klar. "Ich war einfach ein aktives und sehr lebendiges Kind und konnte nicht lange still auf einem Stuhl sitzen. Wenn man das hyperaktiv oder sogar krank nennt, na, dann war ich eben krank."

Zaz, die mit bürgerlichem Namen Isabelle Geffroy heißt, hatte als Jugendliche eine konfliktreiche Beziehung zu den Eltern. "Irgendwann haben wir einfach nicht mehr miteinander gesprochen. (…) Man hätte früher verstehen müssen, was ich brauche." Sie sei abgehauen und habe auf diversen Schulen mehrere Klassen wiederholt. "Mit zwölf, dreizehn war ich sehr wütend auf die Erwachsenen, auf die Gesellschaft. Damals hatten sich meine Eltern getrennt, ich hatte zu meinem Vater keine Beziehung und mit meiner Mutter konnte ich nicht gut", so Zaz.

Aus diesen Schwierigkeiten habe sie mit Hilfe eines Pädagogen herausgefunden: "Dieser Erzieher hat mich ermutigt, mich zu bewerben, und so habe ich ein Stipendium bekommen. Er war ein guter Erzieher, er war meine Rettung und hat mir geholfen, mich aufzurichten." Zaz ist eine der erfolgreichsten, französischen Sängerinnen der Gegenwart. Mit einem Mix aus Pop, Jazz und Chanson gelang ihr im Jahr 2010 der Durchbruch in ganz Europa. Im August tourt sie durch mehrere deutsche Städte.