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Aktuelle Vorabmeldungen

DIE ZEIT Nr. 30 vom 19. Juli 2018

1.   Tierfilmer Attenborough hat Angst vor Ratten

2.   Netta Barzilai, Gewinnerin des Eurovision Song Contest: Ich wurde als hässlich beschimpft

3.   Kardinal Marx kritisiert CSU

4.   Kardinal Marx fordert Einwanderungsgesetz

5.   Theologe Striet: Pillen-Enzyklika hat Gläubige und Kirche entzweit

6.   Historiker: Helmut Schmidts Rolle bei der Sturmflut 1962 wird überzeichnet

7.   Vor dem EU-Urteil zu neuer Gentechnik: Wissenschaftler fordert die Kennzeichnung "Gen-editiert"

8.   Niedersächsische Justizministerin: Kreuz im Einzelfall aus dem Gerichtssaal entfernen

9.   "Stern"-Chef will "die humoristische Seite" der Hitler-Tagebücher entdecken

10.  Ludwig-Erhard-Stiftung: Wirtschaftsweiser Feld kritisiert Vorsitzenden Tichy

11.  Jens Spahn: Mit 28 sah ich zum ersten Mal eine Leiche

12.  Gesundheitsminister Spahn will Gewinne von Investoren begrenzen

13.  Fernsehspielchef des WDR bestreitet alle Vorwürfe der sexuellen Belästigung

14.  Anwalt des Ex-Fernsehspielchefs: "Henke ist das Bauernopfer"

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Tierfilmer Attenborough hat Angst vor Ratten

Der bekannte Naturforscher und Tierfilmer Sir David Attenborough, 92, sagt dem ZEITmagazin: "Ich habe eine irrationale Angst vor Ratten. Obwohl, vielleicht ist sie gar nicht so irrational: Ratten haben keine Angst vor Menschen und können Seuchen übertragen. Mir sind nachts schon öfter welche übers Gesicht gekrochen. Fürchterlich."

Auf die Frage, wie seine Faszination für die Natur entstand, erzählt er, wie er als Kind Fossilien sammelte: "Wenn Sie einen Stein entzweischlagen und sich die Schönheit in seinem Inneren ansehen und wissen, dass kein Mensch je zuvor diesen Anblick genossen hat, dass Sie also der erste Mensch sind, der das Innere des Steins je zu Gesicht bekommen hat, dann ist das doch faszinierend. Das verstand ich auch mit acht schon."

Netta Barzilai, Gewinnerin des Eurovision Song Contest: Ich wurde als hässlich beschimpft

Netta Barzilai, Gewinnerin des Eurovision Song Contest: Ich wurde als hässlich beschimpft

Die Gewinnerin des Eurovision Song Contest, Netta Barzilai, 25, sagt dem ZEITmagazin über die Zeit vor ihrem Sieg im Eurovision Song Contest: "Einige, die sich die Sendung Woche für Woche ansahen, konnten mit meiner Art, Musik zu machen, nichts anfangen, beschimpften mich in Kommentaren unter Artikeln oder in sozialen Medien schlicht als fett und hässlich."

Das Schönste an ihrem Traum, den sie jetzt lebe, sei, dass er die Wahrnehmung von Menschen verändern könne. "Vor Kurzem sah ich von der Bühne aus ein kleines, dickes Mädchen, das auf den Schultern ihres Vaters saß und ein Schild mit meinem Namen hochhielt. Es soll nicht anmaßend klingen, aber durch mich und meinen Erfolg erfährt sie schon jetzt, anders als ich damals in ihrem Alter: Dein Körper muss dir und deinen Träumen in keiner Weise im Weg stehen, akzeptiere dich, wie du bist."

Netta Barzilai, geboren in der Nähe von Tel Aviv, gewann für Israel den diesjährigen Eurovision Song Contest.

Kardinal Marx kritisiert CSU

Kardinal Marx kritisiert CSU

Kardinal Reinhard Marx hat die CSU vor einem fortschreitenden Rechts-Kurs gewarnt. "Zu meinen, wir wandern am besten alle nach rechts, weil der Zeitgeist nach rechts wandert – das halte ich für eine falsche Einschätzung", sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Eine Partei, die sich für das C im Namen entschieden hat, geht eine Verpflichtung ein", mahnt Marx, "Nationalist sein und katholisch sein, das geht nicht."

Marx beklagt außerdem eine leichtfertige Wortwahl in der Politik: "Dass weite Teile der Gesellschaft verbal radikaler werden, sehe ich mit Sorge." In dem Zusammenhang kritisiert er sowohl CSU-Chef Horst Seehofer als auch den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Dass Bundesinnenminister Seehofer seinen 69. Geburtstag mit 69 Abschiebungen am selben Tag in Verbindung gebracht hatte, nennt der Kardinal "höchst unangemessen". Dies "hat zu Recht viele empört". Mit Verständnislosigkeit reagierte Marx auch auf Söders Vokabel eines Asyltourismus: "Das klingt, als wären da Leute unterwegs in den Ferien", so Marx, doch "viele riskieren ihr Leben, viele sterben auf dem Weg".

Kardinal Marx fordert Einwanderungsgesetz

Kardinal Marx fordert Einwanderungsgesetz

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, fordert die Bundesregierung auf, noch in dieser Legislatur ein Einwanderungsgesetz zu verabschieden. "Diese Koalition wäre in der Lage, die große Aufgabe anzugehen und ein Einwanderungsgesetz zu erlassen, das den Namen verdient", sagt er der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Wir haben uns viel zu lange nicht klargemacht, dass wir ein Einwanderungsland sind." Wichtig sei ein Gesetz, das "die Fluchtursachen im Blick hat".

Theologe Striet: Pillen-Enzyklika hat Gläubige und Kirche entzweit

Theologe Striet: Pillen-Enzyklika hat Gläubige und Kirche entzweit

Der Theologe Magnus Striet kritisiert die so genannte Pillen-Enzyklika "Humanae vitae" der katholischen Kirche dafür, die Gläubigen und das Kirchenlehramt entzweit zu haben. "An den Auseinandersetzungen rund um ‚Humanae vitae‘ kann man beispielhaft ablesen, wie stark Lehramtstheologie und katholische Praxis auseinander driften", so der Freiburger Theologieprofessor in einem Beitrag für die ZEIT-Beilage Christ & Welt. Selbst konservative katholische Milieus ließen sich die eigene Sexualpraxis nicht vorschreiben.

Gesellschaftlich wirksam könne der Katholizismus nur sein, wenn er sich den neuen Lebenswelten nicht verweigere, so Striet. "Mit Anpassung an den Zeitgeist hat dies nichts zu tun, sondern damit, auch in Glaubensfragen den Verstand nicht abschalten zu wollen."

Die Enzyklika "Humanae vitae", in der sich Papst Paul VI. gegen die Einnahme künstlicher Empfängnisverhütungsmittel aussprach, erschien 1968.

Historiker: Helmut Schmidts Rolle bei der Sturmflut 1962 wird überzeichnet

Historiker: Helmut Schmidts Rolle bei der Sturmflut 1962 wird überzeichnet

Helmut Schmidts Leistungen als Krisenmanager bei der Sturmflut 1962 in Hamburg seien jahrelang überzeichnet worden, sagt der Hamburger Historiker Helmut Stubbe da Luz gegenüber den Hamburg-Seiten der ZEIT. "Schmidt hat einen wichtigen Part gespielt damals, aber er war nicht der Held, als der er seither in fast allen populären Biografien gezeichnet worden ist."

Schmidt, damals Innensenator der Hansestadt, hat immer wieder betont, entgegen den Bestimmungen des Grundgesetzes die Bundeswehr zur Hilfe gerufen zu haben. Tatsächlich, so Stubbe da Luz, sei es nicht Schmidt gewesen, der 1962 die Bundeswehr angefordert habe. "Er kam erst um 6.30 Uhr am 17. Februar in seiner Polizeibehörde an. Zu diesem Zeitpunkt waren in Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen schon seit Stunden Hunderte von Soldaten im Einsatz; sogar in Hamburg."

Schmidt selbst, aber auch die Medien, hätten das Bild des kühnen Retters über die Jahre immer weiter ausgemalt, sagt Stubbe da Luz, der als Privatdozent an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg arbeitet.

Vor dem EU-Urteil zu neuer Gentechnik: Wissenschaftler fordert die Kennzeichnung „Gen-editiert“

Vor dem EU-Urteil zu neuer Gentechnik: Wissenschaftler fordert die Kennzeichnung "Gen-editiert"

Vor dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur rechtlichen Einordnung neuer mikrobiologischer Verfahren wie Crispr/CAS9 formulieren Fachleute in der Wochenzeitung DIE ZEIT ihre Forderungen. Bei dem Rechtsstreit geht es darum, ob die neuen Verfahren juristisch der alten Gentechnik gleichzusetzen und entsprechend zu regulieren sind.

Der Tübinger Pflanzengenetiker Detlef Weigel plädiert dafür, künftige Crispr-Pflanzen nicht strenger zu regulieren als konventionelle Züchtungen. Aber er fordert, sie bei der Sortenzulassung als "Gen-editiert" zu kennzeichnen.

Stephanie Franck, die Vorsitzende des Bundesverbandes der Pflanzenzüchter, spricht sich für eine begrenzte Freigabe der neuen Methoden aus. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, kündigt in der ZEIT an, sie wolle nach der Prüfung des Urteils nach Wegen suchen, um "eine angemessene Prüfung der Risiken in jedem Falle" sicherzustellen.

Das Urteil der Richter wird für Mittwoch, 25. Juli, erwartet.

Niedersächsische Justizministerin: Kreuz im Einzelfall aus dem Gerichtssaal entfernen

Niedersächsische Justizministerin: Kreuz im Einzelfall aus dem Gerichtssaal entfernen

Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) plädiert dafür, Kreuze in bestimmten Situationen aus Gerichtssälen zu entfernen. "Wichtig ist, dass das Kreuz während einer Verhandlung abgenommen wird, wenn ein Prozessbeteiligter dies aus religiösen Gründen wünscht", sagt Havliza im Gespräch mit der ZEIT-Beilage Christ & Welt. In ihrer Zeit als Richterin habe sie früher selbst schon einmal ein Kreuz abgehängt, "als es einen muslimischen Angeklagten störte".

Außerdem verteidigt die Ministerin ihre Pläne, Richtern das Tragen religiöser und weltanschaulicher Symbole zu verbieten, "egal, ob es ein Kreuz oder ein Kopftuch ist". Sie sagt: "Je größer die religiöse Vielfalt im Land wird, desto wichtiger ist es eben, die neutrale Haltung von Gerichten zu betonen."

„Stern“-Chef will „die humoristische Seite“ der Hitler-Tagebücher entdecken

"Stern"-Chef will "die humoristische Seite" der Hitler-Tagebücher entdecken

35 Jahre nach dem Skandal um die so genannten Hitler-Tagebücher will "Stern"-Chefredakteur Christian Krug den Umgang mit der Affäre "entkrampfen". Er sagt den Hamburg-Seiten der ZEIT: "Wir sollten das Thema noch immer mit großer Ernsthaftigkeit betrachten, aber auch mit größerer Gelassenheit. Ich finde, wir dürfen nach all den Jahren sogar die humoristische Seite daran entdecken."

Krug kündigt an, dass der "Stern" erstmals einige der gefälschten Tagebücher aus seinem Tresor holen und im Verlagshaus ausstellen werde: bei einem "Tag des Journalismus" am 15. September. Für Krug selbst war es ein "sensationeller Moment", die Plastikbuchstaben auf einigen der Tagebücher zu berühren: "Sie fühlen sich noch billiger an, als sie auf Fotos aussehen. Wie ein Klingelschild in einer Reihenhaussiedlung. Das hätte einen doch stutzig machen können!"

Anders als im Jahr 2013 angekündigt, will der "Stern" die Tagebücher nicht ans Bundesarchiv abtreten. Krug sagt: "Der Stern hat die Kladden immerhin teuer gekauft. Dafür haben wir nicht nur viel Geld, sondern auch viel Lehrgeld bezahlt. Deshalb möchte ich, dass die Bücher bei uns bleiben. Dass wir die Dokumente unserer größten Niederlage selbst verwahren."

Ludwig-Erhard-Stiftung: Wirtschaftsweiser Feld kritisiert Vorsitzenden Tichy

Ludwig-Erhard-Stiftung: Wirtschaftsweiser Feld kritisiert Vorsitzenden Tichy

Nachdem der frühere CDU-Politiker Friedrich Merz die Annahme des Ludwig-Erhard-Preises abgelehnt hat und vier Mitglieder der Jury zurückgetreten sind, wird die Debatte um den Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung, Roland Tichy, immer lauter. Lars Feld, Mitglied der Stiftung und einer der fünf Wirtschaftsweisen, sagt der Wochenzeitung DIE ZEIT: "Ich kann Herrn Merz angesichts der Tweets von Tichy zur Flüchtlingsproblematik gut verstehen." Merz hatte den Preis mit der Begründung abgelehnt, er wolle nicht gemeinsam mit Tichy auf einer Bühne stehen. Tichy leitet die Online-Zeitung "Tichys Einblick", für die auch Autoren aus dem politisch rechten Spektrum schreiben.

Jens Spahn: Mit 28 sah ich zum ersten Mal eine Leiche

Jens Spahn: Mit 28 sah ich zum ersten Mal eine Leiche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, 38, kann sich nur schwer vorstellen, selbst zu einem Pflegefall zu werden: "Es ist eine der schwersten Situationen im Leben", sagt er der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Plötzlich bist du selbst der Hilflose. Da warst du Gesundheitsminister und hast mitregiert, hast Debatten angestoßen, hast der ZEIT schöne Interviews gegeben. Und dann liegst du da, kannst nicht mehr alleine aufstehen und brauchst jemanden, der dir die Windeln wechselt. Das muss man im Kopf erst einmal klar kriegen."

Das Thema Sterben, so der CDU-Politiker, sei oft nicht mehr Teil des familiären Lebens. "Ich habe meine erste Leiche gesehen, als meine Oma vor zehn Jahren starb. Da war ich 28 Jahre alt. Früher war es selbstverständlich, dass Kinder einen Toten sehen, auch weil er noch ein paar Tage in der Wohnung aufgebahrt lag. Inzwischen haben wir den Tod in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser ausgelagert."

Gesundheitsminister Spahn will Gewinne von Investoren begrenzen

Gesundheitsminister Spahn will Gewinne von Investoren begrenzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will gesetzlich gegen Investoren vorgehen, die mit Altenheimen unangemessen hohe Gewinne erzielen. "Zweistellige Renditen für Finanzinvestoren und Kapitalgesellschaften – das ist nicht die Idee einer sozialen Pflegeversicherung", sagt Spahn gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT. Rechtlich sei eine Begrenzung der Renditen zwar "ein erheblicher Eingriff", so Spahn. Aber "wenn sich das vernünftig regulieren lässt, kann ich mir das vorstellen". In den vergangenen Jahren haben Investoren, vor allem solche aus dem Ausland, viele Altenheime in Deutschland gekauft, um sie später gewinnbringend abzustoßen – oft auf Kosten der Pflegekräfte und Pflegebedürftigen. Spahn fordert außerdem, dass mehr Heimbetreiber ihre Angestellten nach Tarif bezahlen. "Unser Ziel ist ein flächendeckender Tarifvertrag."

Fernsehspielchef des WDR bestreitet alle Vorwürfe der sexuellen Belästigung

Fernsehspielchef des WDR bestreitet alle Vorwürfe der sexuellen Belästigung

Im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT weist der ehemalige Fernsehspielchef des WDR, der 63-jährige Gebhard Henke, alle Vorwürfe der sexuellen Belästigung vehement zurück: "Ein Nein respektiere ich stets. Ich glaube, ich weiß, wo die Grenzen sind." Henke bestreitet, "jemals sexuell übergriffig geworden zu sein". Und: "Ich bin mir keiner derartigen Handlung bewusst."

Die Autorin Charlotte Roche, die Schauspielerin Nina Petri und acht weitere Frauen werfen Henke vor, Frauen aufgrund seiner einflussreichen Stellung sexuell bedrängt zu haben. Henke verneint das: "Es gab keine Übergriffe, keine sexuellen Annäherungen, gar noch verbunden mit dem Versprechen, das Eingehen auf meine angeblichen Avancen mit Jobs zu belohnen."

Wie es dann zu den Vorwürfen kam, erklärt er so: "Jemand, der Einfluss hat und Dinge befördern kann, dem kann man leicht vorwerfen, die Macht negativ genutzt und Leute ausgebremst zu haben. Auch wenn Beweise fehlen."

Gebhard Henkes Rechtsanwalt, Peter Raue, vermutet im Interview mit der ZEIT, dass Nina Petri und andere Frauen, die Henke bezichtigten, einen Schuldigen für berufliche Misserfolge gesucht hätten. "Diese Damen trösten sich, ‚das passiert mir natürlich nur, weil ich nicht mit ihm geschlafen habe – das wollte er nämlich, das habe ich in seinem Blick gesehen‘", so Raue. "Dass der Misserfolg mit der Qualität ihrer Arbeit zu tun haben könnte, kommt ihnen nicht in den Sinn."

Anwalt des Ex-Fernsehspielchefs: „Henke ist das Bauernopfer“

Anwalt des Ex-Fernsehspielchefs: "Henke ist das Bauernopfer"

Der ehemalige Fernsehspielchef des WDR, Gebhard Henke, fühlt sich von seinem Sender zu Unrecht gefeuert. Der WDR kündigte das Arbeitsverhältnis fristlos, weil mehrere Frauen Henke wegen sexueller Belästigung beschuldigt hatten. Mittlerweile haben Henke und der WDR einen Vergleich geschlossen.

Henke vermutet im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT, der WDR habe an ihm ein Exempel statuieren wollen. "Der WDR wurde angegriffen, weil er in weiteren Fällen in der Vergangenheit offenbar nachlässig gehandelt hat", sagt Henke. "Deshalb sind Intendant und Fernsehdirektor nun unter Druck, und den Dampf lassen sie bei mir ab."

Henke beschuldigt seinen ehemaligen Arbeitgeber zudem, anonyme Anschuldigungen gegen ihn übernommen zu haben, ohne diese geprüft zu haben. "Aber niemand sagt mir: Wer? Wann? Wo? Wie soll ein Mensch sich denn dagegen verteidigen?" Henkes Rechtsanwalt Peter Raue vermutet, dass sein Mandat in der Öffentlichkeit als Sündenbock dienen solle. "Henke ist das Bauernopfer", so Raue.