Unsere Grundsätze zur Arbeit mit Künstlicher Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI) hat schon heute einen großen Einfluss darauf, wie Inhalte erzeugt, verarbeitet und konsumiert werden. Das gilt auch für den Journalismus und die Angebote des Zeitverlags.
Wir wollen in unseren Redaktionen und Geschäftsbereichen der ZEIT Verlagsgruppe die Chancen ergreifen, die sich uns durch KI bieten und zugleich verantwortungsvoll mit dieser Technologie umgehen. Sie ermöglicht uns neue journalistische Angebote und Darstellungsformen, mit denen wir unsere Leserinnen und Leser noch besser erreichen und ihre Bedürfnisse noch genauer bedienen können. Wenn Mensch und Maschine sinnvoll zusammenarbeiten, kann uns KI zudem die Arbeit erleichtern und bessere Arbeitsergebnisse ermöglichen.
Gleichwohl bringt KI auch Risiken mit sich. Ihr Einsatz darf beispielsweise nicht dazu führen, dass wir unsere Qualitätsstandards vernachlässigen, die Glaubwürdigkeit unserer Inhalte in Frage gestellt wird oder Menschen durch KI-Anwendungen benachteiligt werden.
Um dem Einsatz von KI in der ZEIT Verlagsgruppe einen Rahmen zu geben, haben wir die folgenden Grundsätze festgelegt. Wir werden sie bei Bedarf aktualisieren, um dem technischen Fortschritt gerecht zu werden. Unter Künstlicher Intelligenz verstehen wir dabei Systeme, die eigenständig „Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen“ generieren, wie es die Europäische Union in ihrem „AI Act“ formuliert.
Ergänzend zu diesen Grundsätzen können sich Unternehmensbereiche der ZEIT detailliertere Standards geben – zum Beispiel für die redaktionelle Arbeit, in der die Verwendung von KI besonders sensibel ist. Für die Einführung von KI-Anwendungen gelten zudem dieselben Vorgaben und Prozesse wie für jede neue Software: Sie bedürfen der sorgfältigen Prüfung und Freigabe der IT, des Datenschutzes und des Betriebsrats. Über den Einsatz neuer KI-Anwendungen in den Redaktionen muss zudem mit dem Redaktionsausschuss beraten werden.
Transparenz
Wir legen offen, wenn wir Künstliche Intelligenz einsetzen, um Inhalte wie Text, Audio, Bilder und Videos neu zu generieren. Sofern KI uns dabei unterstützt, Inhalte zu recherchieren oder zu verarbeiten, verzichten wir in der Regel auf eine Kennzeichnung.
Wir informieren unsere Nutzer und bitten sie um Zustimmung, wenn wir ihnen personalisierte Inhalte basierend auf ihren Interessen und Nutzerverhalten anbieten. Wir gestalten unsere KI-Systeme so transparent wie möglich, sodass möglichst nachvollziehbar ist, wie deren Ergebnisse und Entscheidungen zustande kommen.
Kontrolle
Wir stellen sicher, dass KI-generierte Inhalte unseren Qualitätsansprüchen und journalistischen Standards entsprechen. Wenn wir KI-Anwendungen einführen oder entwickeln, schaffen wir von Beginn an menschliche und technische Kontrollmechanismen, um deren Ergebnisse zu überwachen. Die finale Verantwortung liegt immer bei einem Menschen.
Wertschätzung
Wir setzen uns dafür ein, dass die Rechte und Ansprüche von Journalisten, Autorinnen, Fotografinnen, Illustratoren und Menschen in anderen kreativen Berufen auch im Zeitalter von KI gewahrt bleiben. Ihre Ideen und Werke müssen weiterhin in angemessenem Maße entlohnt werden, damit Kultur und Medien eine Zukunft haben. Wir sehen KI als Werkzeug, das kreative Arbeit unterstützt und sinnvoll ergänzen kann.
Fairness
Wir achten darauf, dass die von uns eingesetzten KI-Anwendungen niemanden diskriminieren, weder einzelne Personen noch soziale Gruppen. Im besten Fall kann uns KI helfen, strukturelle Vorurteile zu vermeiden und eine Vielzahl an Perspektiven abzubilden.
Aufklärung
Wir sehen KI nicht nur als Werkzeug, sondern berichten regelmäßig journalistisch über sie. Wir erklären, wie sich KI weiterentwickelt und wie sie Politik, Wissenschaft, Arbeit und Privatleben verändert – zum Besseren und Schlechteren.
Weiterbildung
Wir verstehen es als unsere Aufgabe, unsere Mitarbeitenden fortlaufend darin zu schulen, wie sie KI für ihre Arbeit einsetzen können und welche Möglichkeiten und Risiken sich dabei ergeben. Wir sehen darin eine Notwendigkeit und eine Voraussetzung für den künftigen Erfolg der ZEIT.